Nicht selten kann es beim Bergwandern relativ kalt werden. Wohl dem, der eine vernünftige Ausrüstung hat. Noch besser allerdings, wenn man sich zusätzlich für niedrige Temperaturen abhärtet. Wie das geht, und was ihr dabei beachten müsst, lest ihr hier.
Daniel Hernes kann sich nicht über mangelnde Publicity beschweren. Der Extremsportler hat mehr als 400.000 Follower auf Instagram, ist Salomon-Markenbotschafter und tritt gefühlt jeden Tag in einer anderen Fernsehsendung auf. Grund: Hernes ist Ultramarathonläufer und scheint so gut wie nie zu frieren. Bei seinen ausgedehnten Läufen ist er selbst bei zweistelligen Minusgraden oben ohne unterwegs. Kein Wunder, immerhin hat der Offenbacher sich über Jahre intensiven Trainings eine erhebliche Kälteresistenz erarbeitet.
Betonung liegt hier auf „erarbeitet“, denn mit den richtigen Anreizen kann sich der menschliche Körper an Kälte gewöhnen. Entsprechende Beispiele finden sich in nordischen Ländern zuhauf. So gibt es zahlreiche Schotten oder Norweger, die sich mit kurzen Hosen und Tshirts bei Temperaturen aus dem Haus trauen, bei denen der typische Mitteleuropäer wahrscheinlich eine mittelschwere Lungenentzündung riskieren würde. Doch auch hierzulande gibt es einige, die an ihrer Kälteresistenz arbeiten, z.B. mit regelmäßigem Eisbaden. Gerade Ausdauersportler, die sich aufgrund der zahlreichen anderen positiven Eigenschaften des Eisbadens abhärten, bemerken plötzlich, dass sie sich fürs Training nicht mehr so warm anziehen müssen.
Was bringt eine erhöhte Kälteresistenz fürs Wandern?
Doch neben Sportlern können auch leistungsorientierte Wanderer von einer gesteigerten Kälteresistenz profitieren. Das hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen kann es sehr spannend sein, die Grenzen des eigenen Körpers auszuloten. Zum andern ist es nicht gerade unpraktisch, denn weniger frieren heißt auch weniger Kleidungswechsel bei der Wanderung. Zugegeben, wenn es auf 1600 Höhenmetern zu starken Wind oder Regen kommt, ist der Griff zur Regen- oder Windjacke alternativlos. Aber ich kann nicht der einzige sein, den die nervigen Umziehpausen bei wechselhaftem Wetter stören.
Natürlich geht eine solche Anpassung nicht über Nacht vonstatten und es bestehen Grenzen, die vom eigenen Körper vorgegeben werden. Faktoren wie Körpergröße oder -masse können das eigene Kälteempfinden stark beeinflussen. Darüber hinaus gibt es jedoch einen Bereich, in dem jeder selbst ansetzen kann.
Wie kann ich meine eigene Kälteresistenz erhöhen?
Letztlich kommt es dabei darauf an, sich selbst so oft wie möglich der Kälte auszusetzen. Idealerweise täglich. Nicht jeder wird ein Fass mit Eiswasser im Garten haben, um sich abzuhärten, aber allein mit kalten Duschen lässt sich schon einiges erreichen (ganz abgesehen spart ihr so auch Geld und das wollen wir schließlich alle). Zusätzlich dazu lohnt es sich, bei Wanderungen vorsichtig (!) zu erkunden, wie viel Klamotten ihr gerade wirklich für eure Wohlfühltemperatur braucht. Dabei müsst ihr jedoch drei goldene Regeln beachten:
- Langsam anfangen: Die wohl wichtigste Regel, denn ihr wollt nicht krank nach Hause kommen.
- Immer Mütze und Handschuhe dabeihaben: Generell kühlen die Hände sehr schnell aus. Dazu geht über den Kopf viel Körperwärme verloren. Deswegen solltet ihr für beide Bereiche auf jeden Fall etwas dabeihaben.
- Immer auf den eigenen Körper hören: Beim Erkunden der eigenen Kälteresistenz kommt es auf ein gutes Körpergefühl an. Also setzt euren körper vorsichtig den Kälteimpulsen aus, und habt immer eine Jacke oder einen Pullover dabei, wenn euch zu kalt werden sollte.
