Dass Ausrüstung von Decathlon einen Blick wert sein kann, ist mittlerweile bekannt. Deswegen verwundert es auch nicht, dass das Campingzelt MH100 für zwei Personen im Test einen guten Eindruck macht. Wo es bei der Preis-Leistungs-Konstruktion dann aber doch hapert, lest ihr jetzt im Trailwards-Test.
Beim Design setzt Herstellerfirma Quechua beim MH100-Zelt für zwei Personen auf Altbewährtes. Dabei handelt es sich um ein freistehendes Kuppelzelt, das durch seine selbsttragende Struktur einen einfachen Auf- und Abbau ermöglicht. Alles in allem nichts besonderes, aber in dieser Preisklasse wird das Rad äußerst selten neu erfunden. Dank des klassischen Kuppelaufbaus kann das Zelt problemlos versetzt werden, selbst im aufgebauten Zustand. Die mitgelieferten Gestänge und Heringe sorgen für Stabilität, zumindest, wenn sich der Wind zurückhält. Bei windigen Bedingungen empfiehlt es sich, die zusätzlichen Zeltschnüre zu verwenden, um die Standfestigkeit zu erhöhen. Während meinen Tests war das aber nur selten nötig.

Geräumigkeit und Komfort
Die verwendeten Materialien machen einen guten Eindruck. Der Boden ist stabil, sodass man das Zelt auch auf steinigen Untergründen aufstellen kann, ohne dass sich scharfkantige Steine oder ähnliches durch den Zeltboden drückt. Mit einer Kabinengröße von 130 × 210 cm bietet das Zelt ausreichend Platz für zwei Personen, wobei jede Person eine Liegefläche von 65 cm Breite zur Verfügung hat. Meiner Erfahrung nach kann dieser Platz aber relativ schnell zusammenschrumpfen, wenn beide Personen ihr Gepäck mit in das Zelt nehmen. Ich habe es bis jetzt nur allein genutzt, wofür es perfekt ist. Mit einer zweiten Person würde ich eher zum Drei-Personen-Zelt greifen. Eine Innenhöhe von 107 cm ermöglicht es, bequem zu sitzen. Zwar ist ein Vorzelt nicht wirklich vorhanden, aber immerhin besteht genug Platz zwischen Innen- und Außenzelt, um die eigenen Stiefel nachts ansatzweise trocken unterzubringen.
Echt praktisch sind dagegen die Mesh-Ablagen, die am Kopfende des Zelts angebracht sind. Brillen, Handys und kleinere, zerbrechliche Dinge können hier einfach untergebracht werden. Ebenfalls verfügt das Zelt über eine obere Belüftungsöffnung, die eine kontinuierliche Luftzirkulation zwischen Kabine und Außenzelt ermöglicht. Dies reduziert die natürliche Kondensation und sorgt (zumindest theoretisch) für ein angenehmes Klima im Inneren. Bei Nächten im Hochsommer kommt die angedachte Belüftung aber immer wieder an ihre Grenzen. An meinen heißesten Nächten im Zelt musste ich den Zugang an der Außenplane des Zeltes öffnen. Immerhin hat die zweite Tür mit dem Insektenschutz sämtliches Getier ferngehalten.
Wasserdichtigkeit und Windbeständigkeit
Das Außenzelt besteht aus PU-beschichtetem Polyester mit einer Wassersäule von 2.000 mm, der Zeltboden aus Polyethylen mit 120 g/m². Alle Nähte sind thermogeklebt, um maximale Wasserdichtigkeit zu gewährleisten. Laut Herstellerangaben wurde die Wetterbeständigkeit des MH100 mit einem simulierten Regensturm getestet, was einer Wassermenge von 200 mm pro Stunde entspricht. In den Tropen war ich damit noch nicht, aber tatsächlich macht das Zelt bei Starkregen einen guten Eindruck und es kommt nirgendwo Wasser durch. Einziger Nachteil: Durch das nicht existierende Vorzelt ist man schnell durchnässt, wenn man im Regen versucht, schnell ins Zelt zu gelangen.

Transport und Gewicht
Apropos Nachteile: Gewicht und Packmaßgröße sind alles andere als optimal. 2,6 kg und eine Packmaßgröße von 58 × 16 × 16 cm (15 Liter Volumen) können auf einer mehrtägigen Trekking-Wanderung eher hinderlich sein. Obwohl das manche nicht abschrecken wird, würde ich immer auf leichtere (aber zugegebenermaßen auch teurere) Zelte, wie das MSR Freelite 1 V3 setzen.
Zum Fazit: Ist das MH100-Zelt perfekt? Nein, aber es bietet gerade Outdoorbegeisterten mit einem kleinen Budget eine gute Möglichkeit, um loszulegen. Ebenfalls sehr cool ist die Möglichkeit, verschlissene Teile einzeln bei Decathlon nachzubestellen. Interessanterweise bietet der Hersteller auf das Zelt drei Jahre Garantie, also hebt auf jeden Fall eure Rechnungen auf. Ich habe es mindestens so lange im Einsatz, aber bis jetzt keine Mängel oder Einschränkungen feststellen können. Von daher schauen wir mal, wie es die nächsten Jahre übersteht.