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Wandern zur Bleckenau – Königliche Auszeit in den Ammergauer Alpen


Abenteuerspielplatz – So könnte man die Bleckenau auch beschreiben. Das Quertal des Wildbachs Pöllat in den Ammergauer Alpen bietet zahlreiche Aufstiege zu Berggipfeln, einige Berghütten und eine königliche Hintergrundgeschichte. Für jeden, der dem Trubel im nahen Schloss Neuschwanstein entfliehen will, ist das Tal ein solider Tipp. Alles, was ihr zu der Region wissen müsst, habe euch hier zusammengestellt.


Die Bleckenau – König Ludwigs Lieblingsplatz

Ikonische Orte gibt es in den Ammergauer Alpen einige. Doch die Bleckenau ist etwas besonderes. Das bewaldete Tal bietet neben wunderschöner Natur zwischen Bergen und Wildbachromantik auch einer königlichen Geschichte. Unweit von Schloss Neuschwanstein gelegen, war das Quertal ursprünglich Sitz der Jagdhütte des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. Heute ist sie eine beliebte Berghütte mit traditioneller Küche, freundlichem Service und herrlicher Aussicht auf die Allgäuer und Tiroler Bergwelt – perfekt zum Abschalten und Genießen oder als Zwischenstopp auf einer der zahlreichen Gipfelwanderungen der Region.


Ein Holzhaus in einem Bergwald. Ein Berg im Hintergrund.
Die Holzerhütte in der Bleckenau mit Schlagstein im Hintergrund.

Wandern zur Bleckenau

Um zum Tal zu kommen, habt ihr mehrere Optionen. Vom Alpseeparkplatz in Hohenschwangau könnt ihr den Weg entweder wandern oder den Shuttlebus zur Bleckenau nehmen. Dieser fährt während der Saison jede Stunde zum Berggasthaus hinauf. Die Preise für eine Fahrt belaufen sich auf ca. fünf Euro pro Person. Für Familien mit kleinen Kindern ist das wohl die perfekte Möglichkeit, auf den Berg zu kommen. Allen anderen empfehle ich, den Weg zu wandern. Hier seid ihr flexibler, es ist günstiger, und der Weg hat einige Perlen der Natur für euch auf Lager. Anstatt vom Alpseeparkplatz direkt zum Schloss zu gehen, biegt ihr beim Aufstieg links in den oberen Winterzugweg ein (der Weg zur Bleckenau ist gut ausgeschildert) und steigt durch ein schattiges Waldstück zur oberen Busstation auf. Dort angekommen, gibt es die Möglichkeit, einen Abstecher zum Schloss Neuschwanstein oder der Marienbrücke zu machen. Das lässt sich aber auch auf dem Rückweg erledigen. Von hier aus habt ihr zwei Optionen, zur Bleckenau zu kommen:

Klassischer Aufstieg über Bleckenaustraße

Folgt ihr der Asphaltstraße, kommt ihr nach ca. vier Kilometern an eurem einstweiligen Ziel an. Solltet ihr nicht gerade mit dem Fahrrad unterwegs sein, ist die Route eher nicht zu empfehlen. Hier seid ihr die ganze Zeit auf Asphalt unterwegs und werdet immer mal wieder von Fahrradfahrern oder dem bereits erwähnten Bleckenau-Bus überholt. Die zweite Option ist deswegen deutlich vorzuziehen.

Aufstieg über den Brunnstubenweg

Der Brunnstubenweg verläuft etwas südlich parallel zur Straße und ist ebenfalls ab der oberen Bushaltestelle ausgeschildert. Abgesehen von ein paar Höhenmetern, die ihr am Anfang gutmachen müsst, ist die Distanz jedoch identisch. Ein unschlagbarer Vorteil ist jedoch, dass ihr abseits der Autoroute unterwegs seid und der Weg komplett durch den Wald führt, was gerade an besonders heißen Tagen von Vorteil sein kann.

Zu Fuß könnt ihr so in ca. eineinhalb stunden in die Bleckenau kommen. Tipp: Früh starten – der Weg ist beliebt, vor allem im Sommer! Wobei der Andrang hinter der oberen Busstelle deutlich nach sich lässt.


Einkehren & Genießen – Die Hütten der Bleckenau

In der Bleckenau habt ihr die Wahl zwischen zwei bewirtschafteten Hütten, auf denen ihr eine Pause machen könnt. Trotz seines Alters ist das vorhin schon angesprochene Berggasthaus Bleckenau – die ehemalige Jagdhütte von König Ludwig II – immer noch in Betrieb und die Wirte können sich während der Saison nicht über zu wenig Kundschaft beklagen. Ein bisschen weiter südlich befindet sich am Fuß des Säulings die Fritz-Putz-Hütte des Deutschen Alpenvereins. Dabei handelt es sich zwar um eine reine Selbstversorgerhütte, eine kleine Getränkeauswahl ist hier aber auch vorhanden.


Welche Wandertouren könnt ihr von der Bleckenau antreten?

Erstmal im Bleckenau-Tal angekommen, ist die Auswahl an anschließenden Wandertouren fast schon erschlagend. Hier eine (kleine) Auswahl an Gipfeln, die ihr vom Berggasthaus ansteuern und auch beliebig kombinieren könnt. Alle Routen sind gut ausgeschildert, sodass ihr euch wegen der Orientierung keine Sorgen machen müsst.

🏔️ 1. Hoher Straußberg (1.953 m)

Schwierigkeit: mittel | Dauer ab Bleckenau: ca. 2–2,5 Std.
Ein eher stiller Gipfel mit wunderbarer Aussicht über das Ammergebirge. Von hier aus habt ihr die Möglichkeit, einen Trip auf den nahen Tegelberg zu machen, da gibt’s u.a. auch eine sehr schöne Hütte mit einem super Ausblick über die Voralpen.


🏔️ 2. Säuling (2.047 m)

Schwierigkeit: schwer | Dauer ab Bleckenau: ca. 2,5–3,5 Std.
Der Säuling ist einer der höchsten Gipfel in Bleckenau-Nähe. Allerdings ist der Aufstieg verglichen mit den anderen Bergen eher anspruchsvoll, mit leichter Kraxelei im Gipfelbereich, aber landschaftlich absolut lohnend. Der Gipfel lässt sich auch mit einer Tour ins Tiroler Bergland verbinden, denn die Grenze verläuft über den Gipfel.

Tipp: Nur für Geübte mit guter Kondition und Trittsicherheit – teils ausgesetzt!

Ein Gipfelkreuz auf einem Berggipfel. Wolken im Hintergrund.
Der Säulinggipfel.

🏔️ 3. Hochplatte (2.082 m)

Schwierigkeit: mittel bis schwer | Dauer ab Bleckenau: ca. 3,5–4 Std.
Ein wunderschöner Gipfel in den Ammergauern mit herrlicher Aussicht über das Allgäu, das Wettersteingebirge und die Tiroler Alpen. Kann ideal mit dem nahen Krähengipfel (1.972 Hm) verbunden werden.

Ein Loch im Berg durch das man einen anderen Berg sieht.
Das Fensterl kann in der Nähe der Hochplatte erreicht werden.

🏔️ 4. Gabelschrofenspitze (1.970 m)

Schwierigkeit: mittel | Dauer ab Bleckenau: ca. 2,5–3,5 Std.
Oft übersehen, aber lohnend: Auf dieser Tour ist oftmals nicht so viel los, wie auf den anderen Bergen in Bleckenau-Nähe. Daher bietet die Tour einen tollen Mix aus stillem Aufstieg und Panoramablick – perfekt, wenn ihr dem Trubel entgehen wollt.


🏔️ 5. Ahornspitze (ca. 1.782 m)

Schwierigkeit: leicht bis mittel | Dauer ab Bleckenau: ca. 2–2,5 Std.
Ein etwas kleinerer Gipfel mit schönem Blick auf das Tal – perfekt für eine Halbtagestour mit weniger Höhenmetern.


Was sind eure Erfahrungen mit der Bleckenau? Welche Aspekte gefallen euch am Besten und welche Tour muss noch unbedingt in diesen Guide? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

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