Klettersteige
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Auf dem Eisenweg – Einstieg in Klettersteige

Klettersteige haben in den vergangen Jahren an Popularität gewonnen. Doch welche Ausrüstung und Know-How wird gebraucht und welche Vorbereitungen sollten getroffen werden?

Durch den Wanderboom der letzten Jahre sind auch die Klettersteige zu neuem Ruhm gekommen. Für die plötzliche Beliebtheit der Routen gibt es auch ein paar handfeste Gründe. Immerhin können so auch kletterunkundige Bereiche erschließen, zu denen sie sonst keinen Zugang hätten. Und abgesehen davon sind die Ausblicke vom Klettersteig aus meist atemberaubend. Doch was wird gebraucht um die erste eigene Tour am Berg zu starten?

Was gehört zum Klettersteig-Set?

Ohne was es wirklich nicht geht, ist das sogenannte Klettersteig-Set. Damit gemeint sind ein Klettergurt, an den ein Sicherungsgerät mit zwei Karabinern angeschlossen wird. Dadurch ist der Anwender auch beim Wechseln in andere Klettersteig-Abschnitte jederzeit am Berg gesichert. Ein entsprechender Helm schützt vor Steinschlag und Stößen an Überhängen. Um auf der anstrengenden Route auch mal verschnaufen zu können, sollte auch eine sogenannte Rastschlinge mit dabei sein, mit der sich in schwierigen Momenten in das Stahlseil des Klettersteigs eingehakt werden kann. Bei Übergewichtigen oder Schwangeren kommt noch ein Brustgurt zum Einsatz, der den verlagerten Körperschwerpunkt ausgleichen soll.

Alles dabei: Mit dem richtigen Klettersteig-Set lassen sich sogar Nepal-Brücken bezwingen.

Ein Wort zur Ausrüstung

Im Gegensatz zur Wanderausrüstung kommt es beim Klettersteigset verstärkt darauf an, dass der Zustand genau im Auge behalten wird. Abgesehen von äußeren Beschädigungen wie Rissen im Gewebe u.ä. solltet ihr die Produktionsdaten eurer Ausrüstungsgegenstände genau im Auge behalten. Denn Klettergurte, Sicherheitsgeräte und Helme sollten nur für einen bestimmten Zeitraum eingesetzt werden. Grund dafür sind die Weichmacher, die in moderner Ausrüstung enthalten sind und durch Sonneneinstrahlung langsam porös werden. Natürlich passiert das nicht über einen Tag am Berg, sondern dauert mehrere Jahre. Um möglichst viel von der eigenen Ausrüstung zu haben, sollte diese daher lichtgeschützt verpackt werden, wenn die Tour zu Ende ist.

Aufgrund dieser Abnutzung sollten die Einzelteile des Klettersteig-Sets nicht länger als zehn Jahre benutzt werden. Als Daumenregel gehen die Hersteller dabei von fünf Jahren im Einsatz und fünf Jahren in der Lagerung aus. Natürlich können Einsatz- und Ruhezeiten über diesen Zeitraum nicht genau nachvollzogen werden. Wichtig ist nur, dass die Ausrüstung richtig gelagert wird und nach intensiver Benutzung gewechselt wird. Denn bei der Sicherheit sollte nicht gespart werden.

Wichtig: Aufgrund der zeitlich begrenzten Haltbarkeiten der Ausrüstungsgegenstände solltet ihr vor jedem Neukauf das entsprechende Herstellungsdatum checken. Denn jeder ernstzunehmende Hersteller von Kletter- und Klettersteigausrüstung vermerkt auf dem jeweiligen Ausrüstungsgegenstand, wann dieser hergestellt wurde. Um eure Neuanschaffung lange zu nutzen, sollte das Herstellerdatum daher so aktuell wie möglich sein.

Klettersteig-Kurs: Sinnvoll oder überflüssig?

Nachdem die Ausrüstungsfrage geklärt ist, kommt die nächste große Entscheidung: Klettersteig-Kurs ja oder nein? Wie bei vielen Themen ist die Meinung nach der Notwendigkeit hier gespalten. Einige bestehen darauf, dass Klettersteige ja selbsterklärend seien und deswegen außer ein paar Youtube-Videos zur Sicherungstechnik kein Know-How gebraucht werde. Andere schwören dagegen auf die Klettersteig-Kurse des DAV oder ähnlicher Anbieter um in den Bergen auf der sicheren Seite zu sein.

Wer hat also Recht? Beide… irgendwie.

Zwar kann ich der Aussage zustimmen, dass die Sicherungstechniken auf Via Ferratas einfach zu erlernen und anzuwenden sind, sonst wären die Routen wahrscheinlich auch nicht so beliebt. Und da der Großteil der bestehenden Steige eher leichter zu bewältigen sind, können diese ohne weitere Kenntnisse begangen werden. Wagt man sich allerdings an die schwierigeren Klettersteige, gibt es einige externe Faktoren, die bedacht werden müssen.

Blick auf den Gardasee von einem Berg, mit Karabinern gesichert.
Tolle Aussicht: Klettersteige bieten meist atemberaubende Ausblicke.

Besonders schnelle Wetterumschwünge oder ein Wanderer in der eigenen Gruppe, der sich konditionell überschätzt hat und nicht mehr weiterkommt, können einen eigentlich schönen Tag am Berg massiv verkomplizieren. Wie gehe ich also mit solchen Ereignissen um? Genau darum geht es bei den entsprechenden Kursen. Neben einer ausführlichen Einführung in die eigene Ausrüstung werden u.a. Themen wie Wetterkunde, ausführliche Tourenplanung sowie Sicherungsoptionen und Transport von Verletzten am Berg besprochen. Unabhängig von Klettersteigen können die Kurse also auch einen Mehrwert für die weiteren Touren im Gebirge darstellen.

Tipps für die erste Tour

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Klettersteige eine sehr zugangsfreundliche Art der Alpentour sind. Bevor ihr euch aber auf eure erste Tour begebt, muss auf jeden Fall die oben vermerkte Ausrüstung mit dabei sein. Darüber hinaus solltet ihr euch (wie bei jeder Wandertour auch) mit der zurückzulegenden Strecke auseinandersetzen und gerade bei beliebten Klettersteigen genügend Pufferzeit einbauen, da es immer wieder zu Staus kommen kann. Äußerst wichtig ist außerdem, dass ihr euch die vorgenommene Strecke konditionell auch zutraut. Eine Hilfe dabei sind die entsprechenden Gradierungen der Alpenvereine. Denn letztlich sollten wir uns alle am Berg so verhalten, dass kein Hindernis für andere besteht. Dann kommen alle glücklich nach Hause und darum geht es bei Outdoor-Aktivitäten ja schließlich.

Das wäre es erstmal zu dem Thema. Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen, wenn Fragen, Anregungen oder Kritik bestehen sollten.

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